bassinvaders_hellbassbeaters.jpgMarkus Großkopf ist nun wahrlich kein Unbekannter in der Musikszene – schließlich bedient er seit Anbeginn den Bass bei HELLOWEEN. Im vergangenen Jahr hat Markus das „Who Is Who“ der Metalszene zusammengetrommelt, um sein Projekt BASSINVADERS realisieren zu können.
Die Idee des „Hellbassbeaters“ betitelten Albums ist einfach und genial: Keine einzige Gitarre wird verwendet – sämtliche Melodielinien und Soli werden vom Bass übernommen – ja sogar Solopassagen mit zwei Bässen haben Großkopf & Co. realisiert.
Und die Liste der Mitstreiter will gar nicht enden – Angefangen bei Peavy (RAGE) und Tom Angelripper (SODOM) über Bass-Solisten wie Joey Vera (ARMORED SAINT) oder Nibbs (SAXON) bis hin zur namhaften Besetzung an der Schießbude (André Hilgers (AXXIS), Stefan Arnold (GRAVE DIGGER)).
Gründe genug, von „Hellbassbeaters“ eine Menge erwarten zu können…

Auf den ersten Blick scheint es eine gewagte Aktion zu sein, auf Gitarren verzichten und alles nur mit dem Bass einspielen zu wollen – bedenkt man aber, was beispielsweise ein Peter Baltes (ACCEPT) bei seinen legendären Live-Soli aus dem Instrument herausgekitzelt hat, so scheint das Unternehmen BASSINVADERS funktionieren zu können.

Und nach dem kurzen, leicht synthetischen Instrumentalintro „Awakening The Bass Machine“ rumpelt man denn auch direkt ordentlich los. „We Live“ ist eine deutliche Botschaft – und in der Tat vermisst man zu keiner Sekunde eine oder gar mehrere Gitarren. Gesanglich ist ebenfalls für hinreichend Abwechslung gesorgt – ein-, zwei- ja bisweilen gar dreistimmig fallen die Gesangspassagen aus – und auch hier selbstverständlich aus namhafter Kehle (z. B. Apollo Papathanasio (FIREWIND). Fast könnte man dieses Review allein mit der Namensliste der Beteiligten füllen – aber es muss einfach erwähnt werden, dass bei „Hellbassbeaters“ das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ definitiv NICHT zutrifft. Durchweg wissen die Songs zu überzeugen und ebenso durchweg beweist die Soundwand der Bassfraktion, dass in einer Band der Posten des Bassisten mitnichten immer von Unfähigen besetzt ist. Böse Zungen könnten natürlich jetzt behaupten „Bassisten waren schon immer verkappte Gitarristen“ – aber zumindest schaffen die hier versammelten Herren einen hammergeilen Sound aus lediglich vier Seiten – ein Gitarrist braucht da mindestens zwei mehr für…

Gesanglich macht sich natürlich bemerkbar, dass mit Schmier (DESTRUCTION) und Tom Angelripper zwei Vertreter der etwas weniger melodiösen Fraktion mit an Bord sind – entsprechend rau geht´s dann zu Werke – aber auch Songs wie „Armageddon“ in denen die Herren verstärkt am Mikro antreten fahren voll auf Gewinnerkurs. Peavy hat seinen Einsatz bei „Romance In Black“ – und die Nummer könnte problemlos auch von einem RAGE-Album stammen. Tom Angelripper schreit sich bei „Godless Gods“ die Seele aus dem Leib – untermalt von rasend schnellem Bass-Feuer, bevor es dann mit „Empty Memories“ wieder melodiöser zugeht. „Boiling Blood“ besitzt glatt Ohrwurmcharakter und auch „Far Too Late“ frisst sich problemlos mit seinem sägenden Riff den Weg durch die Gehörgänge.

„The Asshole Song“ – ein prima Titel für eine richtig mainstreamig rockende Nummer – na gut, der Gesang ist dann nicht mehr so mainstreamig. Zu „Dead From The Eyes Down“ darf Mr Angelripper wieder das Mikro quälen, bevor mit „Razorblade Romance“ ein ziemlich komplexes Instrumental-Arrangement den Weg durch die Boxen findet.
Das gemäßigte, aber recht eindringliche „Voices“ ist insgesamt einen Hauch zu langatmig geraten, dafür gibt „Eagle Fly Free“ dann nochmal richtig Gas. Hierzulande darf man sich abschließend dann noch über den Bonus-Track „To Hell And Back“ freuen, der eher so aus der Ecke „Happy Metal“ stammt und in der Tat ordentlich Stimmung macht.

Alle Achtung – wenn „Hellbassbeaters“ eine einmalige Aktion bleibt, wird sich Markus Großkopf vor bitterböser Fanpost nicht mehr retten können. Das Experiment kann auf der ganzen Linie als vollauf gelungen bezeichnet werden. Mehr davon!
Und vor allem die Frage: Warum ist vorher noch nie jemand auf diese Idee gekommen? (Naglagor)

Anspieltipps: „We Live“, „Feeding Frenzy”, „Razorblade Romance“

 

Bewertung:   8,5 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 59:38 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 25.01.2008

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