20131222 Vorbericht TherionSo. Das ist es nun. Mein erstes Konzert in der neuen Batschkapp. Neue Batschkapp? Ja! Nach Jahrzehnten in der Maybachstraße ist die Batschkapp dieses Jahr umgezogen. Vom Wohngebiet in ein Industriegebiet. Die neue Batschkapp verspricht größer, schöner, besser zu sein und auch noch Parkplätze zu haben. Das ist schonmal ein enormer Vorteil, war doch die Parkplatzsuche am alten Standort immer ein kleines Abenteuer. Trotzdem denke ich mit Wehmut an die alte Batsche, die nun abgerissen wird. Was habe ich dort an Konzerten erlebt! Wieviel Spaß hatte ich in dem alten, zugegebenermaßen etwas heruntergekommenen Schuppen! Aber jetzt geht es auf zu neuen Ufern.

Nun in der Gwinner Straße und mit Parkplätzen. Daß die 4 Euro kosten schockiert mich doch ein bißchen. Ok, wenn man nicht alleine ist, ist das gar nicht so teuer und die vielen Parkplätze hat die Batschkapp sicher auch nicht umsonst bekommen. Nunja. Verständlich, aber irgendwie doof.

SOUND STORM
Wie auch immer, los geht es mit SOUND STORM. Von denen verpasse ich den ersten Song, obwohl ich fast eine halbe Stunde vor offiziellem Beginn anwesend bin. Da wurde mal wieder zu früh angefangen. Muß das denn immer sein? SOUND STORM stammen aus Italien und das hört man. Typisch italienischer Bombast, der einen nicht wirklich vom Hocker haut. Die Sängerin ist wirklich gut, kommt aber etwas zu selten zum Einsatz und neigt dann zu etwas unbeholfen wirkendem Herumtanzen. Sänger Philippe d'Orange post sehr viel und zeigt viel Einsatz. Trotzdem kann die Band, bei der alle Mitglieder das gleiche T-Shirt tragen, nicht mehr als Höflichkeitsapplaus erreichen. Etwas unpassend wirken auch die vom Band kommenden Backing Vocals, die sich nicht so recht in die Musik einfügen wollen.

Setlist SOUND STORM:
Back To Life
Wrath Of The Storm
Blood Of Maiden
Promises
Torquemada

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COMA
Da läuft es bei den Polen COMA schon ganz anders. Die haben ihren eigenen Fanclub mitgebracht, der in der ersten Reihe Stimmung macht und offensichtlich auch aus Polen stammt. COMA machen auch auf der Bühne schon einiges mehr daher. Sänger Piotr Rogucki steht eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens und kommt irgendwie leicht tuckig daher. Und das liegt weder an der Justin-Bieber-Gedächtnishose, den rosa Crocs noch am aufgelegten Rouge. Und auch die Gewichthebeübungen mit dem Mikoständer machen das nicht wett. Aber sei's drum, er legt eine coole Show hin, in der auch gerne mal ein paar Tanzeinlagen sein dürfen. Der Rest der Band steht dagegen mehr oder weniger nur rum. Macht aber nix. Am Anfang wundert man sich, was diese Polen da eigentlich treiben, aber je länger man ihnen zusieht, desto cooler werden sie dann. Das sieht auch das Publikum so, das die Band mit reichlich Applaus bedenkt. Eine Zugabe wird jedoch hauptsächlich vom Fanclub gefordert, es gibt jedoch (leider) keine.

Setlist COMA:
Keep The Peace
Poisonous Plants
Don't Set Your Dogs On Me
Dance With A Queen
Rainy Song
System
A Better Man
When The Music Is A Flame

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ARKONA
Von Polen geht es jetzt nach Russland. Schon in der Umbaupause wird man musikalisch auf ARKONA eingestimmt, die von Anfang an Vollgas geben. Bandkopf Mascha Archipowa ist wie immer die Powerfrau auf der Bühne und fegt wie entfesselt über selbige hinweg. Ansagen gibt es erst mal keine, zunächst wird durchgepowert. War am Anfang in der Batschkapp noch nicht besonders viel los, so ist die Halle jetzt gut gefüllt und man merkt, daß einige hier hauptsächlich wegen ARKONA gekommen sind. Leider ist der Sound jedoch nicht so gut wie bei den beiden Bands davor, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tut. Die Russen haben mittlerweile einen ziemlich umfangreichen Backkatalog, deshalb leuchtet es mir nicht so ganz ein, warum man bei einem Supportslot das gleiche Lied auch noch zweimal spielen muß. „Goi, Rode, Goi!“ gibt es einmal in der normalen Version, dann noch einmal akustisch, zusammen mit Christofer Johnsson und Christian Vidal von THERION, denn heute ist der letzte Tag der Tour. Da gibt es dann auch mal die erste Ansage. Viel mehr werden es nicht, aber das macht nichts. ARKONA brauchen keine Ansagen, die machen auch so Spaß und bringen das Publikum zum tanzen. Schlecht habe ich die Russen eigentlich noch nie gesehen und auch dieser Auftritt macht wieder ordentlich Stimmung und heizt das Publikum für den Hauptact an.

Setlist ARKONA:
Az'
Arkaim
Ot Serdka K Nebu
Goi, Rode, Goi!
Zakliatie
Goi, Rode, Goi! (akustisch)
Pamiat
Slavsia, Rus'!
Stenka na Stenku
Yarilo

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THERION
THERION sind in letzter Zeit mal Hüh und mal Hott. Gerade mal knapp ein Jahr ist es her, daß Mainman Christofer Johnsson verkündete, daß die Band vorerst nicht mehr live auftreten wird, da sie an einer Rockoper arbeite und es gut 5 bis 10 Jahre dauern könnte, bis diese fertig ist. Dann wurde mal noch schnell in Eigenregie das Album „Les Fleurs Du Mal“ herausgebracht und nun ist die Oper immerhin schon soweit gediehen, daß man den Fans einige Stücke auf Tour vorstellen will, um zu sehen, wie sie ankommen. Also wie jetzt?

Auf jeden Fall ist die Menge jetzt richtig warm für THERION, die begeistert empfangen werden. Auch hier gibt es zu Beginn kaum Ansagen. Die braucht man auch nicht. Denn, wie im Vorfeld angekündigt, wird die Band das Album „Vovin“, das dieses Jahr seinen 15. Geburtstag feiern kann, komplett durchspielen. Man merkt der Band an, daß heute die letzte Show der Tour ist. Alle sind locker und zu Scherzen aufgelegt. Da läßt man schonmal die Pulle Hochprozentiges während des Songs kreisen, da schleicht sich Bassist Nalle Påhlsson auch mal von hinten an Christofer Johnsson und erschreckt diesen, drückt der zum festen Bandmitglied aufgerückten Lori Lewis ein Küsschen auf die Backe oder schäkert mit Linnea Vikström. Auch bei THERION könnte der Sound besser sein (wieso hat das eigentlich bei den Vorbands geklappt?) und irgendwie sind die Songs – langsam. Werden THERION langsam zu alt? Irgendwie fehlt aber nicht nur das Tempo, auch der Pepp, der Schwung, die Power. Früher war die Band einfach geiler. Da war auf der Bühne irgendwie mehr los. Auch halten sich Thomas Vikström. Linnea Vikström und Lori Lewis für meinen Geschmack zu oft zu weit im Hintergrund. Auch wenn man jetzt nicht behaupten kann, daß irgendeiner der Musiker auf der Bühne schlecht ist – es ist nur zu gediegen. Ein Snowy Shaw und ein Mats Levén waren da ein anderes Kaliber.

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Nach dem „Vovin“-Block werden nun einige Songs aus der geplanten Rockoper vorgestellt. Das erläutert Christofer Johnsson (seit wann hat der eigentlich kurze Haare? Muß der mich so schocken?) dem Publikum ausführlich auf Deutsch – und behauptet wie schon vor 9 Jahren, daß sein Deutsch sehr schlecht wäre. Was nur eben überhaupt nicht stimmt. Immer diese Nordeuropäer mit ihrer falschen Bescheidenheit... Bei diesen Songs darf nun aber auch mal ein bißchen geschauspielert werden, so daß die Oper noch greifbarer wird. Großartig unterscheiden tut sich das Material nun aber auch nicht von dem, was THERION bisher so geschrieben haben. Allenfalls sind sie etwas ruhiger ausgefallen. Dafür gibt es aber Szenenapplaus für Lori Lewis's Antireligionsansage vor „Who's Your God?“.

Für „Flesh Of The Gods“ holt sich die Band dann Mascha und Wladimir von ARKONA auf die Bühne, die da aber eigentlich nicht viel machen außer wie bekloppt rumhüpfen. Aber hey, heute ist der letzte Tag der Tour, da darf man das alles nicht so ernst nehmen. Mittlerweile beginnt der Saal sich zu leeren, anscheinend müssen einige morgen nochmal arbeiten. Ich gehöre zu den glücklichen, die das nicht müssen und kann so das Konzert bis zum Ende genießen. In der Zugabe gibt es mit „Invocation Of Naamah“ und „To Mega Therion“ zwei etwas ältere Songs von der „Theli“. Und jetzt will das Publikum immer mehr und die Band gar nicht gehen lassen. Auch nach der Zugabe geben die Zuschauer keine Ruhe, und so kommen THERION noch einmal für eine weitere Zugabe auf die Bühne. Und mit „Lemuria“ geht dann ein wirklich schöner Konzertabend zu Ende. Einziger Wermutstropfen: Früher waren THERION einfach besser. Sie sind jetzt nicht schlecht, aber auch nicht mehr so gut wie früher. Naja. Jetzt können sie ja erst mal weiter an ihrer Oper werkeln.

Setlist THERION:
The Rise Of Sodom And Gomorrah
Birth Of Venus Illegitima
Wine Of Alugah
Clavicula Nox
The Wild Hunt
Eye Of Shiva
Black Sun
Morning Star
Black Diamond
Raven Of Dispersion
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End Of The Dynasty
Who's Your God?
Onda Toner
Sad End
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Flesh Of The Gods
Muspelheim
Asgard
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Invocation of Naamah
To Mega Therion
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Lemuria

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Auf jeden Fall hatte ich aber meinen Spaß in der neuen, großen Batschkapp. Die neue Batschkapp ist doch deutlich größer als die alte. Heute war der Saal abgehängt und damit verkleinert (würde ich mal behaupten), eigentlich scheint er wesentlich größer zu sein. Auch gibt es noch eine Empore, die heute aber auch gesperrt war. Es gibt einen großen (kostenpflichtigen) Parkplatz direkt vor dem Gebäude, eine U-Bahnstation in der Nähe und zwei Getränkebars, die man nun leicht erreichen kann, ohne sich erst durch alle anderen Zuschauer durchkämpfen zu müssen. Und es gibt geradezu riesige, saubere Toilettenanlagen, die kein Vergleich sind zu den sympathisch versifften Pissnischen der alten Batsche. Ja, ich denke, ich mag auch die neue Batschkapp, auch wenn meine Herz noch ein wenig an der alten hängt. (Anne)


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