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live 20140510 01Was bietet sich nach dem Release einer neuen Platte mehr an, als erstmal auf Tour zu gehen und sich den kritischen Ohren von Fans, Sympathisanten und sonstigen Besuchern zu präsentieren? Das haben sich wohl auch HIRAX gedacht, sich ein paar Bands zur Verstärkung geholt und ihre "The Metal Apocalypse 2014" Tour angekündigt. Nach Auftritten in Frankreich, Spanien, Italien, Slowenien und Portugal hat die Truppe auch einen Abstecher nach Deutschland gewagt. Neben Cottbus, Darmstadt, Hamburg und München stand auch ein Konzert im Ruhrpott an. Da war's ja selbstverständlich, dass wir uns die Show nicht entgehen lassen und mal schauen, wie bühnentauglich die neue Scheibe ist.

Location sollte hier das Turock in Essen werden. Es ist schon seit Jahren eine der festen Anlaufstellen für die Metalszene im und um den Pott herum und bietet was man so braucht: mehrere Theken, nette Kellnerinnen, Bier zu Club-Preisen, eine Garderobe und einen eingezäunten Raucherbereich, damit auch die Lunge auf ihre Kosten kommt. Siffig-abgeranzten Charme sucht man hier allerdings vergeblich. So viel zur Location.

CRESCENT
Um 19:00 Uhr haben sich am vergangenen Samstag dann die Türen des Turock für die Besucher geöffnet. Schon eine halbe Stunde später legten dann CRESCENT aus Nordafrika los - vermutlich zu früh, wenn man bedenkt, dass sich vor der Bühne großzügig geschätzt 15 Leute befanden. Besser besucht war zu dem Zeitpunkt der Raucherbereich. Leider traf die Band wohl nur den Musikgeschmack weniger Auserwählter und so blieb der Zuschauerraum auch bis zum letzten Song ziemlich leer. Das lag wahrscheinlich daran, dass sie stiltechnisch eher in die Deathmetalrichtung gingen. Da bleibt den Gewinnern des Battle of the Bands nur zu wünschen, dass sie mehr Erfolg bei ihrem Konzert auf dem Wacken Open Air dieses Jahr haben werden.

NUCLEAR
Abgelöst wurden sie von NUCLEAR aus dem Süden Amerikas. Die hatte ich mir im Vorfeld angehört und war recht skeptisch. Meine Zweifel konnten die Jungs live aber allesamt wegblasen. Auch wenn der Sound teilweise echt zu wünschen übrig ließ und die Stimme der Band, Matías Leovicio, kaum zu hören war, konnte die Band voll und ganz überzeugen.

BONDED BY BLOOD
Als letzter Support sollten dann die Kalifornier von BONDED BY BLOOD dem Publikum ordentlich einheizen - und das gelang ihnen auf ganzer Linie! Die gelungene Mischung aus Thrash in Kombination mit groovigen Parts kam ziemlich gut bei den Fans an. So ging auch der erste Circle Pit des Abends auf die Rechnung des Quartetts. An diesem Abend haben sie dem Westküsten-Thrash alle Ehre gemacht!
Um kurz vor zehn war es dann endlich so weit: Nach einer kurzen Vorbereitungsphase traten die alt eingesessenen Thrasher von HIRAX endlich auf die Bühne. Das Publikum blieb, mit geschätzten 70 Gästen, weiterhin beschaulich, der Stimmung tat das aber keineswegs Abbruch.
Wie vorab bereits angekündigt wurde, bestand die Setlist aus einer gesunden Mischung aus Tracks der neuen Platte "Immortal Legacy", gespickt mit den Klassikern der Vorgänger.

HIRAX
Trotz der 15 Shows, die Katon und seine Crew bei dieser Tour allein in Europa schon hinter sich hatten, war von Müdigkeit keine Spur zu sehen. Nur Gitarrist Lance Harrison hatte seine Stimme eingebußt – ob vom vielen deutschen Bier oder vom Mitsingen, sei mal dahingestellt. Die Riffs saßen und Katon versprühte pure Energie auf der Bühne. Ohnehin scheint er ja, wie ich auch beim Interview vorab feststellen konnte, der Good-Cop des Metal zu sein.
Band und Publikum haben super harmoniert. Klar also, dass es keine Berührungsängste gab. Umso besser, dass keinerlei Bühnenabsperrung vorhanden war. So konnten die Fans ganz einfach auf die Bühne steigen, ein paar Zeilen zusammen mit Katon gröhlen und sich dann, stilecht stagedivend, wieder in die Menge begeben.
Nach etwas über 60 Minuten reinster Power und Headbanging sollte dann das Konzert zu Ende sein – aber nicht nach Meinung des Publikums: Das forderte Katon und Co. energisch zurück auf die Bühne. Da war natürlich noch eine Zugabe drin, bei der sowohl Band, als auch Fans nochmal alles gaben.
Nach wenigen Minuten Verschnaufpause gesellten sich HIRAX noch zu ihren Fans an die Bar, um ein Bierchen zu trinken, zu plaudern und Autogramme zu geben.

Alles in allem war das ein ziemlich gelungenes Konzert, das sich musikalisch immer weiter gesteigert hat. Auch wenn an diesem Abend nur Wenige den Weg ins Turock gefunden haben (was vorallem für die Bands schade war!), war die Stimmung extrem gut. Dieses Konzert hat bewiesen, wie fan-nah HIRAX, trotz ihrer Bekanntheit, geblieben sind und, dass die definitiv noch nicht ausgedient haben! (Joy / Kilian)

Setlist HIRAX:
100,000 Strong
Hellion Rising
Baptized By Fire
Lucifer's Inferno
Blind Faith
The New Age Of Terror
Black Smoke
Hate, Fear And Power
Hostile Territory
El Rostro de la Muerte
La Boca de la Bestia
Destroy
Killswitch
El Diabolo Negro
Atlantis
Broken Neck

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