wasp re idolized the soundtrack to the crimson idol Neuauflagen in Form von “Remastered” erscheinen fast im Wochentakt. Nicht ganz so häufig kommt es vor, dass eine Band einen Klassiker komplett neu einspielt. W.A.S.P. haben diesen Schritt nun für „The Crimson Idol“ gewagt, ob dies gelingt oder eher in die Kategorie „Bitte Weg!“ fällt, erfahrt ihr hier.

Fans, die das Vorgehen von Blackie Lawless in diesem Fall als reines „Er möchte Geld machen!“ abtun, die sollten an der Stelle einfach aufhören zu lesen und sich die Ur-Fassung des Albums anhören. All diejenigen, die der Sache nicht mit Scheuklappen gegenüberstehen, die können getrost weiterlesen, denn eine Sache bleibt zum Glück aus – W.A.S.P. zerstören nicht ihren Klassiker – nicht vollständig jedenfalls. Es ist nicht so als wäre die neue Version besser, viele der Songs wie „Doctor Rockter“ oder „Hold On To My Heart“ kommen nicht so gut rüber wie im Original, einige Stücke wie „Chainsaw Charlie“ hingegen klingen auch in der neuen Version gut. Es ist relativ schwierig zu unterscheiden was einem nun mehr zusagt. Grundsätzlich dürfte die Aussage „Der Klassiker natürlich!“ da eine sehr große Rolle spielen, doch mit diesem Satz zieht man sich selbst lediglich die Scheuklappen auf.

Doch was ist nun eigentlich der Grund für die Angelegenheit? Den genauen Grund wird selbstverständlich nur Blackie selbst wissen. Fakt ist aber, dass es bei dieser neuen Version von „The Crimson Idol“ vier neue Stücke gibt, wobei „Miss You“ bereits auf „Golgotha“ enthalten war. Obendrein präsentiert die Band den lange eingemotteten Film zu „The Crimson Idol“, der die Geschichte hinter Jonathan noch einmal in Bildern zeigt. Aufgrund des hohen Aufwands wurde dieser nie wirklich fertiggestellt und nun pünktlich zur Tournee ausgegraben. Aus welchem Grund dieser auf DVD und Blu-Ray beiliegt ist mir nicht so ganz klar, bei dem fairen Kaufpreis dürfte sich aber niemand daran stören. Der Film an sich wird sicherlich jedem Fan unabhängig von den Neuaufnahmen zusagen. Wobei man hier keinen Blockbuster erwarten soll, wie bereits erwähnt wird das Konzept des Albums visuell dargestellt, nicht mehr und nicht weniger. Hier drängen sich nun die Spekulationen förmlich auf; seit Jahren ist bekannt, dass gerade „The Crimson Idol“ Lawless seit jeher sehr am Herzen liegt und sein ambitioniertestes Werk darstellt. Könnte es sein, dass er dieses nun 26 Jahre später endlich in seiner vollen Bandbreite präsentieren möchte?

Falls ja, macht das Vorgehen durchaus Sinn. Stimmlich klingen die Neuaufnahmen keineswegs schwach, wobei man hier manchmal („The Titanic Overture“) nur schwer einschätzen kann, was wirklich neu ist und was noch von alten Bändern stammt. Bei einigen Stücken wie „Doctor Rockter“ ist es hingegen klar zu erkennen, da Blackie eben nicht mehr so klingt wie vor 26 Jahren. Dabei möchte ich aber hinzufügen, dass er und seine Stimme dennoch in Würde gealtert sind und sie immer noch verdammt gut klingt. Doch hier ist eben ein direkter Vergleich möglich und die hohen Töne des Originals sind so eben nicht mehr möglich. Obwohl mir in dem Fall ganz klar die alte Version mehr zusagt, ist es dennoch interessant eine Art von Neuinterpretation des Titels zu hören.

Dennoch bleibt die Neuaufnahme eine schwierige, teilweise sogar skurrile Angelegenheit. Wie ebenfalls bekannt sein dürfte, hat Lawless vor einigen Jahren zu Gott gefunden, und demnach sah er sich in der Pflicht, nun Textstellen bei „Chainsaw Charlie“ zu entschärfen. Wenn das die PMRC damals gewusst hätte. Dennoch keine Seltenheit, auch MEGADETH-Mainman Dave Mustaine hat für die Neuauflage des MEGADETH-Backkatalogs vereinzelt Änderungen musikalischer und auch textlicher Natur vorgenommen.

Es ist schwer zu sagen wie man diese Neuauflage werten soll. Es ist nahezu unvermeidlich, den Vergleich zum Original anzustellen, und dennoch sollte man diese Neuauflage durchaus einzeln betrachten. So gesehen stellt sie ein wertiges Paket dar, bei dem der Aufkleber „Value For Money“ durchaus zutrifft. Ganz so gut wie zum Beispiel die neu eingespielten SAXON-Nummern auf „Heavy Metal Thunder“ ist es dann aber nicht.

Ich persönlich empfehle diese Version jenen Fans des Klassikers, die sich ausführlich mit dem Konzept beschäftigen wollen. All jene, die sich mit dem Original begnügen, sollten hiervon die Finger lassen. Die vier zusätzlichen Nummern sind leider nicht so, als würden sie das Album um einen weiteren „Wow“-Effekt ergänzen. Streng genommen sind es sogar sechs neue Nummern, dabei handelt es sich bei zweien aber nur um Zwischenspiele. Diesen Effekt hatte „The Crimson Idol“ in der Urfassung schon nicht nötig und braucht es demnach auch hier nicht. (Pascal)


Bewertung:

Pascal0,0 - / -


Anzahl der Songs: 8 (CD1) / 8 (CD2)
Spielzeit: 38:56 min (CD1) / 41:05 min (CD2)
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 02.02.2017

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