nealmorse lifeandtimesWie NEAL MORSE im Zuge der Veröffentlichung seines neuen Soloalbums „Life & Times“ mitteilt, ist der Mitfünfziger aktuell ziemlich zufrieden mit seinem Leben und das nimmt man als Außenstehender dem Musiker aus Nashville auch ab. Was seine Musik betrifft, scheint er inzwischen ein klares Konzept zu verfolgen, die Progressive Rock Alben werden unter den Namen THE NEAL MORSE BAND (zusammen mit Randy George und Mike Portnoy) veröffentlicht, seine Singer/Songwriter Alben veröffentlicht er unter seinem bürgerlichen Namen.

Das scheint so auch wirklich Sinn zu machen, denn vergleicht man das ambitionierte „The Similitue Of A Dream“ (2016) Doppelalbum mit seinem aktuellen Soloalbum „Life & Times“ und seinem Singer/Songwriter Vorgänger „Songs From November“ (2014), dann liegen da tatsächlich Welten dazwischen. „Life & Times“ präsentiert nun ein 12 Songs umfassendes Album, das einen Künstler zeigt, der offenbar völlig mit sich und seiner Musik im Reinen zu sein scheint und der sich auch nicht darum zu kümmern scheint, was andere, insbesondere die Prog-Fans, davon halten werden.

„Life & Times“ hat eine ausgesprochen positive Grundstimmung, Songs wie der Opener „Livin‘ Lightly“, oder später „Selfie In The Square“ und „Lay Low“ handeln schlicht und einfach davon, die guten Seiten des Lebens zu genießen. In die gleiche Richtung tendieren auch Nummern wie „Manchester“ und „Wave On The Ocean“, wobei man in diesem Zusammenhang auch ganz klar sagen muss, dass Sachen wie „Good Love Is On The Way“ oder „Wave On The Ocean“ nun wirklich zu den wenigen schlechteren Songs gehören, die NEAL MORSE im Laufe von 25 Jahren als Musiker geschrieben hat. „Songs From November“ hatte diesbezüglich sicherlich mehr Qualität zu bieten.

Trotzdem finden sich auf „Life & Times“ neben einer Vielzahl an leichtflüssigen Pop/Rock Songs auch noch zwei weitere, die sich ernsthafteren Themen zuwenden. „If I Only Had A Day“ setzt sich ähnlich wie „My Time Of Dying“ vom Vorgänger mit der Frage auseinander, was ist, wenn der Tag gekommen ist, um zu gehen.
Das Kernstück und das Glanzlicht des Albums hört auf den Namen „He Died At Home“ und beschäftigt sich mit sehr direkten Worten mit der Thematik Suizid von Soldaten oder allgemein mit der Schwierigkeit dieser gesellschaftlichen Gruppe nach einem „Kriegseinsatz“ wieder in einer heilen Welt zurechtzukommen.Hat „Life & Times“ über weite Strecken schon den Stempel gute „Hintergrundmusik“, so ist es gerade das Stück „He Died At Home“, dem man jedes Mal wieder von neuem aufmerksam zuhört.

Als „Morsianer“, also als Fan des Musikers NEAL MORSE, sollte man sich auch „Life & Times“ zulegen und vielleicht auch ein Konzert der kommenden „Absolutely Solo“ Tour besuchen, wer Morse nur mag, wenn er Progressive Rock macht, der kann dieses Album ignorieren. Bestimmt gibt es für diese Zielgruppe schon bald wieder neues zusammen mit Mike Portnoy zu hören, sei es bei der THE NEAL MOSE BAND, FLYING COLORS und auch TRANSATLANTIC könnten auch mal wieder eine neue Großtat bewerkstelligen. Was auch immer kommen mag, „Life & Times“ ist für den Moment ein recht guter Soundtrack für gute Zeiten. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20167,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 52:00 min
Label: Radiant Records
Veröffentlichungstermin: 16.02.2018

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